Essbare Städte in Deutschland – eine Übersicht

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Essbare Stadt
Garten für alle
Foto: EmilyStAubert

Mit einem Gruß zurück an die lieben Menschen der Initiative TTPankow und in Hoffnung ihr Anliegen damit unterstützen zu können für uns alle, zitiere ich eine Mail, die uns erreicht hat:

Liebe Akteure der ‚Essbaren Stadt‘,

bei Transition Town Pankow haben wir im Rahmen unserer Arbeit am Konzept für den ‚essbaren Bezirk Pankow‘ eine Recherche zu allen essbaren Städten in Deutschland gemacht. Wir hoffen, dass wir so auf Ideen, Konzepte und Erfahrungen zurückgreifen können, die ihr/ Sie bereits gemacht und erarbeitet haben. Damit die Daten stimmen und in Zukunft auch geändert und ergänzt werden können, haben wir eine Tabelle eingerichtet, die von allen genutzt und bearbeitet werden kann (sie speichert sich automatisch, so dass nicht verloren gehen kann): https://ethercalc.org/deutschland-essbare-staedte
Wir würden uns freuen, wenn ihr/ Sie die Zeile für eure/ Ihre ‚essbare Stadt‘ fertig ausfüllen bzw. verbessern könntet. Außerdem wüssten wir gern, ob es schon ein Netzwerk von essbaren Städten in Deutschland gibt oder ob andernfalls daran Interesse besteht.

Herzliche Grüße zum Jahresende,
eine schöne Zeit und guten Rutsch wünschen allen,
Maike und Clemens (TT Pankow Büro)

 

Pressemitteilung: „Es geht nicht nur ums Gemüse“

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Prozessbegleitung zu "Kommunikation und Organisation in selbstverwalteten, ökologisch orientierten Initiativen
Prozessbegleitung zu „Kommunikation und Organisation in selbstverwalteten, ökologisch orientierten Initiativen

Der Einladung zum Workshop „Kommunikation und Organisation“ folgten am Samstag, den 16.11., knapp 20 Menschen aus Rostock und Umgebung. Der ganztägige Workshop wurde veranstaltet von Fruchtwechsel e.V. – für diesen Tag gefördert durch die Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement M-V – in Verbindung mit der solidarischen Landwirtschaft „Bunte Höfe“. Der Workshop orientierte sich dabei an der Grundfrage: „Wie können in einer selbstverwalteten, ökologisch orientierten Initiative alle Beteiligten zufriedenstellender zusammenarbeiten? Was braucht es dafür?“ Alle Beteiligten brachten ihre für den Tag und die Zukunft wichtigen Fragen und Überlegungen mit. Tobias Döppe als Moderator und Prozessbegleiter stellte diese gekonnt ins Zentrum des Workshops, bündelte sie und kam immer wieder auf diese zurück. Den Rest des Beitrags lesen »

Blühende Landschaften sind essbar – ein köstlicher Speiseplan für Biene und Mensch

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Das Sammeln, Zubereiten und Bevorraten von essbaren und wild wachsenden Gemüsepflanzen, Kräutern, Beeren und Baumfrüchten ist so alt wie die Menschheit selbst. (…) Was einst die Existenzgrundlage der Bevölkerung war, ist heute in Anbetracht von eintönigem Kulturpflanzenanbau und monokulturellen Landschaften viel tiefgreifender als nur ein Verlust der Biodiversität und eine Zerstörung des Ökosystems. (…)

Diesen bunten und üppigen Speiseplan nutzen somit auch Bienen und andere bestäubende Insekten. Es entsteht (theoretisch) durch die Ermöglichung und Schaffung flächendeckender, wilder Landschaften eine bereichernde Synergie statt anstrengende und zerstörerische Konkurrenz. Praktisch ist es jedoch für Mensch und Biene noch ein Wunsch oder besser eine anzustrebende Vision, in einer Natur ohne Pestizide und Genmanipulation sowie einseitige Kultur zu leben. (…)

Der Traum von essbaren Wildpflanzenparks und dem großen Netzwerk von Blühenden Landschaften sowie einer hundertprozentigen ökologischen Landwirtschaft, wie sie in Bhutan nun tatsächlich gefördert wird, ist nicht bescheiden oder realitätsfremd.

Mehr dazu in einem aufschlussreichen Artikel im Melifera-Blog. Den dort beschriebenen Brotaufstrich mit Knoblauchsrauke kann ich empfehlen.

Zum folgenden Satz möchte ich allerdings kritisch anmerken, dass die Freiheit von Pestiziden sich nur darauf beziehen kann, dass sie vermutlich nicht absichtlich bespritzt werden. Unabsichtlich kann das v.a. am Rand von Äckern, aber durch Windabdrift und übers Grundwasser auch in etwas weiterer Entfernung passieren — unbedenklich sollte man Wildpflanzen also nicht absammeln.

Da ein frisch gesammeltes Wildgemüse zugleich regional, saisonal und frei von schädlichen Agrarchemikalien und Gentechnik ist, spielen hier auch Verantwortung, Unabhängigkeit als auch der Selbstversorgungsaspekt eine tragende Rolle.

 

„Verbotenes Gemüse“ (ARD)

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Wer alte Sorten anbaut, muss aufpassen: Mit dem Saatgut nicht zugelassener Pflanzensorten zu handeln, ist gesetzlich verboten. Warum tun drei Gemüsezüchter es trotzdem?

Video in der ARD Mediathek (45 min)

NDR Reportage „Der Bienenretter“ über zwei Demeterimker aus MV

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Äpfel, Erdbeeren, Gurken, Honig: Etwa ein Drittel unserer Nahrung hängt von Pflanzen ab, die von Bienen bestäubt werden. Entsprechend dramatisch ist das weltweite Bienensterben, das Fachleute auf Monokulturen, Parasiten und Pestizide zurückführen. Zwei norddeutsche Imker haben davon genug.

Mirko findet, es solle in jeder Region jeweils Imker unterstützt und finanziert werden, die dafür da sind, dass es den Bienen gut geht (wesensgemäß), dass sie gut leben können. Hartmut hingegen will beweisen, dass es vertretbare Kompromisse gibt, so dass ein*e Imker*in zusätzlich wirtschaftlich arbeiten kann, d.h. eine Familie durch’s Imkern ernähren kann. Mirko weiß:

„Nur, wenn wir weltweit wieder gesunde Bienen züchten, können wir das Überleben der Insekten auf Dauer garantieren!“ Denn wichtiger noch als der Honig ist die Bestäubungsleistung der Bienen. Ohne sie gäbe es 80 Prozent unserer Wild- und Nutzpflanzen nicht.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die_reportage/Der-Bienenretter,diereportage816.html

Ausnahmezustand und Klimakonferenz

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@Ralf erwähnte ja schon den vermuteten Zusammenhang des syrischen Bürgerkrieges mit der vorhergehenden, Klimawandel bedingten, in den Jahren 2007−2010 andauernden Dürre. Es war die schlimmste Dürre dieser Region seit Aufzeichnungsbeginn. Eine 2008er Studie vermutete schon, der „Fruchtbare Halbmond werde als solcher noch in diesem Jahrhundert verschwinden“ (mehr dazu in der zeozwei 2015/02).

In diesem Zusammenhang möchte ich auf einen Kommentar von Bernhard Pötter in der taz „Debatte Terror und KlimaIm Ausnahmezustand“ hinweisen. Dieser zeigt meines Erachtens sehr deutlich, wie brisant die Klimaweltlage, wie gemessen daran die derzeitige (politische) Lage in Paris ist, wie die Ursprünge und (politischen, teils journalistischen) Reaktionen auf die verheerenden Attentate vom 13. November 2015 sind — v.a. durch Beschneidung der Menschenrechte innerhalb der freien Gesellschaft mittels des für drei Monate ausgerufenen Notstandes, wie Hausarreste für Klimademonstrant*innen ohne Richterbeschluss (Quellen: taz & the guardian). Nicht zuletzt wird daraus klar, wie wichtig es gerade jetzt ist endlich auch auf politischer Ebene ein rasches, ehrliches, deutliches und glaubhaftes und Menschen verträgliches Umlenken einzuleiten.

Aus dem Artikel möchte ich das Fazit von Bernhard Pötter zitieren:

Die Klimakonferenz [2015 in Paris] wird nicht am 11. Dezember mit einem Vertrag enden, der am 12. Dezember die Welt rettet. Aber er kann konkrete Ziele definieren, nach denen sich Investitionen in Öl und Kohle nur noch ein paar Jahre [Hervorhebung von B.] lohnen.

Alles gut, alles richtig. Aber es bedeutet vor allem für uns, die globalisierte Mittelklasse in den Industrieländern: [Hervorhebung von B.] ein Ende der Bequemlichkeit. Umdenken. Umhandeln. Mehrkosten. Sich von den Katastrophen und Ängsten nicht lähmen lassen. Den Hintern hochkriegen und für eine Zukunft kämpfen, die sauberer, fairer und sicherer ist.

Das möchte ich unterschreiben mit der Bemerkung, am besten vor der „eigenen Haustür“, besser noch im „eigenen“ Heim zu beginnen, sich zumindest aktiv damit auseinander zu setzten, Lösungen zu suchen und auszuprobieren — und nicht zu warten, bis sie vorgesetzt werden. Damit auch unsere Enkelkinder eine lebensfreundliche Umwelt haben werden. Meiner Erfahrung nach beginnt das beim gleichberechtigten Ernstnehmen der*s Nachbar*in — der*s wohnlichen, ideellen und auch des*r kontinentalen Nachbars*in — in den jeweiligen Bedürftnissen. Das heißt für mich vor allem frei machen von Eitelkeiten und Schaffen von Freiräumen im eigenen Leben um den Stress rauszunehmen, mit Muße sich selbst reflektieren.

Mir ist es ein Anliegen hier nicht als Dozent missverstanden zu werden; ich weiß nicht mehr als Du, liebe*r Leser*in. Und — genau so wie Du — bin ich genau so einer dieser Ausprobierer*innen, die „schon mal anfangen“. Wer Unterstützung bzw. Austausch möchte, kann dies z.B. mit anderen zusammen beim Transition-Treffen probieren oder hier Kommentare hinterlassen.

Think globally, act locally

Küchengeschichten bei der Plätzchenparty

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Menschen zusammenbringen, lokale Gemeinschaften bilden ist ein zentrales Thema der Transition Town Bewegung. Dies war auch unser Gedanke, als wir vor 2 Jahren die Küchengeschichten aus der Taufe hoben. Menschen sollten sich außerhalb ihrer üblichen Netzwerke treffen. Beziehungen und neue Netzwerke entstehen, die im normalen Ablauf des Alltags nicht zustandekommen.

Seit dieser Zeit hat sich viel verändert. Die Transition Town Bewegung wurde initiiert, um Wege für eine postfossile Gesellschaft zu finden. Konflikte, die International seit mehreren Jahren schwelen, sind seit diesem Jahr nicht mehr fern, sondern durch eine Vielzahl betroffener Menschen sehr nah. Natürlich kann man sich die Frage stellen, ob diese Konflikte bereits ein Vorläufer der Folgen unseres nicht nachhaltigen Lebensstils sind. Gerade aktuell verweist eine Studie (Climate change in the Fertile Crescent and implications of the recent Syrian drought) auf einen wahrscheinlichen Zusammenhang des syrischen Bürgerkrieges mit einer zuvor herrschenden Dürre, die bereits in den Jahren vor dem Bürgerkrieg über 1 Million Menschen aus den Dörfern in die Städte trieb.

Auch der Peak Oil, also der Zeitpunkt der maximalen Ölförderung, kann eine der Ursachen sein. Syrien hat diesen eigenen Förderhöhepunkt 1996 erlebt, seit dem sind die Exporte sehr schnell gefallen. Dem Staat fehlten zunehmend Einnahmen, zudem mussten gleichzeitig Importe von Ölprodukten und Nahrungsmitteln finanziert werden. Ausgaben, die in den Jahren davor nicht notwendig waren.

Abseits von diesen Vermutungen: Wir haben neue Mitbürger in unserer Stadt, die so schnell wie möglich einen Anschluss finden sollen und wollen. Was liegt da näher, als einige von Ihnen zu unseren Aktivitäten einzuladen und gemeinsam Spaß zu haben. Am letzten Sonnabend im November war es dann in Zusammenarbeit mit Rostock hilft so weit. 3 syrische Familien trafen sich mit Aktiven und Kindern aus unserer Gruppe in den Räumen der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Rostock (noch einmal einen herzlichen Dank an die Gemeinde für die kurzfristige Aufnahme). Nach dem Eintreffen der Teilnehmer ging es schnell los, Teige wurden geknetet, Plätzchen ausgestochen, Kekse geformt. Kleine Gruppen bildeten sich. Es wurde viel erzählt, auch wenn die Sprache manchmal ein Hindernis war. Rezepte lassen sich mit moderner Technik im Smartphone einfach übersetzen. Zum how to der Tätigkeiten findet sich ebenfalls ein schneller Austausch.

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Kulturelle Unterschiede waren nicht spürbar, es gab mehr Gemeinsamkeiten als anfangs erwartet. Innerhalb der Familien existierte z.B. eine Arbeitsteilung, wie sie auch in Mitteleuropa in vielen Familien üblich ist. Berührungsängste waren nicht spürbar. Im Rückblick kam die Möglichkeit zum Deutsch Lernen für die Eine oder den Anderen vielleicht etwas zu kurz. Es entstanden aber eine Menge verschiedener Plätzchen, die im Anschluss in der Unterkunft auch an andere Bewohner verteilt wurden. Natürlich wurde von den Mitgliedern der TT Initiative auch die Tradition erwähnt, in der Vorweihnachtszeit verschiedene süße Sachen zu backen und auch an die Mitmenschen zu verschenken. Schließlich soll die dunkle Jahreszeit auch ihre netten Seiten haben. Ein schöner Nachmittag, der wieder zeigte, es lohnt sich auf unsere neuen Bürger einfach zuzugehen. Wir gewinnen alle und haben viel Spaß dabei.