Monat: März 2014

Domain-Name für die Transition Initiative Rostock

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Guten Tag an alle Interessierten,

nach einiger Recherche auf der Seite der Transition Initiativen im deutschsprachigen Raum (siehe http://www.transition-initiativen.de/) ist mir aufgefallen, dass es keine einheitliche Bezeichnung der Transition Initativen gibt. Die 4 „populärsten“ Bezeichnungen findet ihr in der Umfrage.

Ich würde sehr gerne einen Domain-Namen (auch für unseren E-Mail-Verkehr) reservieren. Das kostet etwa 12 € im Jahr. Wahrscheinlich sogar etwas weniger. Er sollte langfristig nutzbar sein, uns eindeutig erkennbar machen und nicht zu umständlich sein.

Bitte stimmt ab, was ihr für sinnvoll haltet (mehrere Antworten sind möglich) und nutz die Kommentarfunktion gerne für Argumente.

Einen sonnigen Tag euch, kristine

Aprilplenum (15.04.14, 18 Uhr, HeiGei)

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TTI Rostock trifft sich wieder.

Heiligen Geist Kirche
Heiligen Geist Kirche (Wikimedia)

Berichte

  • Bericht Küchengeschichten März 2014
    • Gibt’s da auch noch eine Version für den Blog?
  • Bericht Stadtgestalten.org
    • 4 Menschen im Programmiererteam.
    • Codingsession am 4. April um 16 Uhr im Hackspace
  • Bericht AK Nachhaltigkeitswoche 2014 (nhw14).
    • Wie ist der Stand der Vorbereitungen?
  • Erfahrungsbericht Repair-Café im Rostocker Freizeitzentrum am 12.4.
  • Landeszentrale für politische Bildung unterstützt Tagesseminare (Ralph)

Termine

  • erstes Rostocker Repair-Café am 12.4.2014

Bringe weitere Themen als Kommentar unten ein oder via Email. Noch viel besser: Komme selbst vorbei und bringe Dich ein.

Wissenschaft entdeckt den Waldgartenanbau (Permakultur)

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Milchkühe unter Obstbäumen
Milchkühe unter Obstbäumen

Auf dem TV-Sender arte lief dieser Tage im Format „X:enius“ eine halbstündige Reportage zum Thema Waldgärten; es lief unter dem Titel: „Agroforst – Bäume zurück aufs Feld?“. Ich bin ganz aus dem Häuschen vor Freude, dass diese meines Erachtens vielversprechende, wichtige landwirtschaftliche Alternative — die so neu ja gar nicht ist! — zumindest in dieser Niesche anerkannt wird und auch ob der wissenschaftlichen Bestätigung der empirischen Erkenntnisse von Menschen, welche diese Methode weltweit seit Jahrzehnten erfolgreich erproben. So wird unter anderem erkannt, welche schwerwiegenden und weit reichenden Folgen die Flurbereinigung hatte.

Kerngedanke

Im Kern geht es darum, dass 3-dimensional gedacht und Pflanzen kombiniert werden (Mischkultur oder gar Reihenmischkultur), die sich gegenseitig unterstützen. Manche beziehen zusätzlich auch noch landwirtschaftliche Tiere mit ein, die den Boden beackern, sich davon selbstständig ernähren und ihn gleichzeitig düngen. Diese Denken bezieht nicht nur das überirdisch Sichtbare ein, sondern insbesondere das Wurzelreich. Der Ansatz der Waldgärtnerei steht stark im Gegensatz zum (vermeintlich!) alternativlosen Monokultur-Anbau, der trotz all seiner negativen Folgen sehr verbreitet ist. Die Folgen der Monokultur, allen voran das Auslaugen der Böden und deren Erosion (Versteppung), enormer Düngemitteleinsatz und dadurch Vergiftung von Boden- und Trinkwasser, sollen mit der Agroforstwirtschaft vermieden werden bei mindestens gleichbleibendem Ertrag.

Ertragszuwachs durch Mischkultur

Darüber hinaus, so wird in der Sendung berichtet, sind sogar Ertragszuwächse gemessen worden. In der Monokultur, so sagt ja der Name, wird auf derselben Anbaufläche nur eine einzige Sorte angebaut. Hierbei wurden nun mehrere Pflanzensorten gleichzeitig auf der selben Fläche angebaut und beobachtet. Dies allein bedeutet also schon einmal eine Platzeinsparung; näherungsweise wird bei 3 Pflanzensorten etwa nur ein Drittel Anbaufläche benötigt. Bäume im Acker, so fanden Forscher um Christian Dupraz (Montpellier) heraus, steigern den Ertrag um bis zu ein Fünftel. Dort werden schnell wachsende Pappeln und Raps kombiniert (warum es unbedingt schnell wachsende Bäume sein müssen ist da noch eine andere Frage). Und dies trotz Einsatz von schweren Erntemaschinen, die meines Erachtens — unabhängig von der Anbaumethode — zusätzlich fraglich sind, weil sie den Boden stark verdichten.

In Deutschland gibt es Versuche bei Freiburg, im Brandenburgischen oder auch von Sepp Braun in Freising. Eine paar spannende Erkenntnisse aus der genannten Sendung:

  • Wertgehölze wachsen bis zu 1cm pro Jahr in die Breite (Beispiel: Kirsche, Walnuss, Elsbeere bei Freiburg), ein Breitenwachstum, was sonst nur aus tropischen Gegenden bekannt ist. Können zusätzlich mit schnell wachsenden Pappeln zur Energiegewinnung kombiniert werden
  • Bäume wurzeln viel tiefer (in Kokurrenz zu Feldfrüchten), selbst wochenlange Trockenheit
  • stärkerer Höhenwuchs schützt vor Erosion
  • Kohlendioxid (CO²) wird deutlich besser und länger gebunden (werden erst bei Energiegewinnung aus diesem Holz freigesetzt)
  • Wurzeln beleben den Boden, reichern Humus an und lassen signifikant weniger Nitrat ins Grundwasser (das Nitratproblem entsteht ja eh nur in Monokultur bzw. Intensivwirtschaft)
  • Möglichkeiten zur Bio-Energiegewinnung ergeben sich (Freisinger Sepp Braun lebt dadurch vollständig Heizenergie- und Stromautark)
  • natürlich ergeben sich auch übliche forstwirtschaftliche Möglichkeiten (u.a. Möbelholz)
Waldgartenprinzip
Waldgartenprinzip

Persönliche Gedanken

Ein paar persönliche Gedanken, die in der Sendung keine Erwähnung fanden, die mir aber wahrscheinlich und wichtig erscheinen:

  • Durch größere, tiefer wurzelnde Pflanzen können vermutlich Nährstoffe und Wasser aus tieferen Erdschichten hoch geholt und zugänglich gemacht werden. Feuchtigkeit wird über die Blätter ausgedunstet und den flacher wurzelnden Pflanzen in der Lebensgemeinschaft verfügbar gemacht.
  • Ähnliches sollte mit Nährstoffen über den Umweg der Blätter und verrottendem Geäst passieren. Eine (u.a. vor Verdunstung schützenden) natürlichen Mulchschicht bildet sich und die Humusschicht sollte auf natürliche Weise angereichert werden.
  • Die Schattengare (Verrotten von Pflanzenrückständen, Verfügbarmachen von Nährstoffen) wird vorangetrieben durch eben diese Mulchdecke und dadurch, dass die Sonne nicht unentwegt direkt auf den Boden brennt. Der Verdunstung wird auch hierdurch vermindert (Boden heizt sich nicht so stark auf).
  • Der Schatten kommt auch bei gleichzeitiger Tierhaltung der Tiergesundheit und damit auch der Qualität von Fleisch zugute.
  • Nützlinge bekommen wieder einen Lebensraum und können der natürliche „Schädlingsbekämpfung“ nachgehen.
  • Dem Auslaugen des Bodens wird auch durch das reiche Wurzelgeflecht entgegen gewirkt, weil die ausgeschwemmten Nährstoffe gar nicht bis ins Grundwasser gelangen.
  • Durch die Konkurrenzsituation werden die Bäume zu tierferem Wurzeln angeregt, wodurch sie besser im Boden verankert sind. Bei prognostiziert zunehmenden Stürmen (klimawandel bedingt) ist das sicher hilfreich.
  • Nicht zuletzt hat es auch eine (fahrrad-)touristische Dimension: Natürlich ist es viel angenehmer und belebender statt durch Weiten von Monokultur(Mais)feldern zu radeln sich am satten Grün von Waldlandwirtschaft zu laben.

Nachteile, im Beitrag ebenfalls nicht angesprochen

Dort sehe ich v.a. den Bildungsbedarf bei bisherigen Landwirten, denn dies würde nicht nur ein großes Maß an Naturverständnis bedingen, sondern zusätzlich zur üblichen Landwirtschaft auch forstwirtschaftliche Aspekte mit einbeziehen. Wirtschaftlich ist auch zu beachten, dass die Bäume erst ab einem gewissen Alter Ertrag bringen. Dadurch können in den ersten Jahren durchaus Verluste pro Hektar gesehen auftreten und somit muss länger investiert werden.

Update Wahlprüfsteine 2014

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Liebe Menschen Rostocks!

rathaus

Ende März ist nicht mehr lange hin. Bis dahin sammeln wir Fragen für unsere Wahlrpüfsteine für die BürgerschaftsanwärterInnen Rostocks (siehe hier). Erste Rückmeldungen sind eingegangen und wir sind auf mehr gespannt.

Als kleiner Appetitanreger hier schonmal ein paar Aspekte, die bereits „geprüft“ werden:

  1. Welche Möglichkeiten sehen Sie die regionalen Produkte und naturnahe  Landwirtschaft zu fördern und der Rostocker Stadtbevölkerung erschwinglich zugänglich zu machen?
  2. Werden Sie Maßnahmen für eine verkehrsberuhigte Innenstadt einbringen und/oder unterstützen?
  3. Welche Vorschläge für nachhaltigen und sozialverträglichen Wohnraum gerade auch im Bezug auf steigende Mietkosten haben sie?
  4. Sind sie bereit selbstorganisierten Projekten (Wohnprojekten, Wagenplätzen, Interkultureller Garten, Nachbarschaftsgärten, Solidarische Landwirtschaften, urbane Naturkindergärten, …) im besonderen Maße Raum und Unterstützung im Rostocker Stadtbild einzuräumen?
  5. In wie weit halten Sie naturnahe Flächen z.B. die Wallanlagen für besonders schützenswert?

Habt ihr weitere Ideen für Fragen? Dann immer her damit: info@TransitionTownRostock.org

Wegwerfen? Denkste! 1. Repair-Café im April nun auch in Rostock

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Vorankündigung Repair-Café Reutershagen
Vorankündigung Repair-Café Reutershagen

Frühjahrsentrümpelung? Die Wegwerfzeiten sind nun vorbei. Am 12. April kann jede und jeder zwischen 10°° und 14°° Uhr gemeinsam mit anderen Menschen verschlissenen oder defekten Gegenstände des Alltags ein zweites Leben einhauchen.

  • dem Stuhl fehlt ein Bein?
  • die Motten waren fleißig im Kleiderschrank?
  • der CD-Player oder Plattenspieler mag nicht mehr?
  • dem Fahrrad geht die Luft aus oder die Schaltung klemmt?
  • der Wasser- oder Kaffekocher kocht nicht mehr?
  • Humpelt der Kinderwagen?
  • Probleme am Computer?
  • Wie steht’s ums gute Porzellan?

Nach der Vorankündigung (pdf) des Rostocker Freizeitzentrums e.V. soll dieses 1. Rostocker Repair-Café in der Turnhalle des Rostocker Freizeitzentrums, Kuphalstraße 77, Reutershagen, stattfinden.

Klaus Kisters ist der Organisator des 1. Reparatur-Cafés in Meck-Pomm. Er sucht noch sachkundige, reparierfreudige Menschen. Anmeldungen für Reparateure im Rostocker Freizeitzentrum unter 0381-89030410. Bisher wird es folgende Möglichkeiten geben:

  • Holzarbeiten (Kleinmöbel usw.)
  • Fahrradreparatur
  • Kinderwagenreparatur
  • Näharbeiten/ Reparatur von Textilien
  • allgemeine Reparaturen
  • PC-Wiederherstellung (ohne Hardware)
  • Glasgegensstände durch Tiffany-Technik
  • Bedarfs ist insbesondere noch im Elektrik- und Elektronikbereich aber auch jegliche andere handwerkliche Fachkenntnis ist dort richtig

Wer etwas zu reparieren hat, der kann am 12. April in der Zeit von 10 bis 14 Uhr unangemeldet vorbeikommen im Rostocker Freizeitzentrum in Reutershagen, Kuphalstraße 77.

Warum überhaupt?

Jedes reparierte (und damit nicht neu produzierte) Gerät oder anderes Industrieprodukt hilft der Umwelt in puncto Verschmutzung mit Abgasen und anderen Umweltgiften gleich zweifach:

  1.  Etwas Repariertes muss nicht durch ein dafür extra produzierten Gegenstand ersetzt werden; dadurch fallen keine Umweltsch- und Gesellschaftsschäden bei der Produktion und beim Transport an.
  2. Etwas Repariertes muss nicht weggeschmissen und entsorgt werden, wodurch meist ebenfalls mindestens Energie-Umwelt-Kosten entstehen.
  3. Das Beste aber daran ist: Man ist unter Menschen und hat Spaß und Freude im Austausch und lernt möglicherweise noch neue Fähigkeiten.

Informationen und Bild mit freundlicher Genemigung von Klaus Kisters.

Ringvorlesung Uni Rostock zu »Gesundheit & Garten«

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Im anlaufenden Semester befasst sich die Ringvorlesung (Campus Ulmenstraße, Hörsaal Arno Esch 1, 17:15-18:45 Uhr) mit der Gesundheit in, um und durch Gärten.

Besonders interessant aus Sicht von Transitioninteressierten scheint mir die Tandem-Vorlesung am 21. Mai 2014. Dann spricht Dr. med. Steffi Kreuzfeld (Institut für Präventivmedizin, Uni Rostock) zu „Aktueller Stand der Ernährungsempfehlungen“ und Prof. Dr. Stefan Porembski (Direktor Botanischer Garten Uni Rostock, Institut für Biowissenschaften, Lehrstuhl für Allgemeine & Spezielle Botanik und Botanischer Garten) zu „Pflanzen als Ressource für gesunde Ernährung im Licht der Rostocker Botanik“.

Ich hoffe, das wird nicht zu akademisch.

Wie gesund ist die „Essbare Stadt“?

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Essbare Stadt
Garten für alle
Foto: EmilyStAubert

Kürzlich bin ich auf einen Artikel von Dr. Ina Säumel von der Technischen Universität Berlin aufmerksam geworden, der bei der Anstiftung Ertomis veröffentlicht wurde. Die Authorin fasst dort den aktuellen Stand und Erkenntnisse zu Schadstoffbelastungen beim Gärtnern in der Stadt zusammen. Außerdem benennt sie Möglichkeiten gegen Belastung von Pflanzen durch solche urbanen Schadstoffe.

Daraus ein paar wichtige Bassagen:

  • „Die drei wichtigsten Ursachen für Schadstoffbelastungen in Stadtgärten sind (1) der Anbau auf kontaminierten Böden (Alloway 2004), (2) die Nutzung von kontaminieretm Wasser zur Bewässerung (Arora et al. 2008) und (3) der Lufteintrag von verkehrs- und industriebedingten Emissionen (Chaney et al. 1984).“ [S. 20]
  • „(…) Schwermetalle verbleiben im Boden und können durch die Veränderung physikalischer und/oder chemischer Parameter wieder mobilisiert und von Pflanzen aufgenommen werden (Bliefert 2002)“ [S. 20]
  • Entscheidend für die Beurteilung, ob Gemüse gesundheitlich unbedenklich ist, ist die Analyse der Biomasse (des Gemüses) selbst [S. 2]. Findet man keine Schadstoffbelastung in einer Pflanze, so kann man damit nicht auf die Unbedenklichkeit aller Pflanzen, selbst nicht aller der selben Sorte schließen [S. 21]
  • Bei Untersuchungen in Berlin auf Blei und Cadmium sind bei 52% untersuchter Blattgemüse höhere Belastungen verglichen mit entsprechendem Supermarktgemüse gefunden worden. Bei Stadt-, Kernobst und Nüssen werden EU-Grenzwerte hingegen selten überschritten;  Säumel et al. fanden gegenüber Supermarktproben häufig deutlich geringere Belastungen im Stadtobst (besonders bei Nüssen). [S. 21]
  • Besonders Straßennähe zeigt sich für Gemüseanbau als problematisch. Weniger als 10m Abstand führen zu 67% überschrittener EU-Bleigrenzwerte; zwischen 10m und 20m waren dies 38%. [S. 21]
  • „Stadtgärten (..) sind Ökodienstleister und fördern als städtebauliche Bindemittel Integration und Partizipation. Nicht zuletzt reduzieren lokale Nahrungsmittelproduktion und lokaler Konsum den Verkehr und den ökologischen Fußabdruck unserer Städte.“ [S. 21]

Vorgeschlagene Maßnahmen

  1. Schutzhecken [oder Wälle] pfanzen zur Abschirmung vor KfZ-Abgasen und anderer Luftverschmutzung; bei baulichen Maßnahmen muss auf schadstoffhaltigen Putz und Farben (z.B. Blei in Farben) verzichtet werden. Sie wirken ästhetisch, biodiversitätsfreundlich und lufthygienisch.
  2. Hoch- oder Tischbeete verringern entgegen landläufiger Meinung die Kontamination nicht; Messungen ergaben sogar leicht schlechtere Bleibbelastungswerte. Die Autorin empfielt in jedem Falle hochwertige Pflanzerde zu nutzen [ich weise noch auf Torffreiheit hin, siehe z.B. BUND oder NABU].

Fazit

Bei gesamtheitlicher Sicht auf das Stadtgärtnern darf die körperliche Betätigung an freier Luft [frischerer als in Betonkulisse ohne Pflanzen und bei Tageslicht], sozialer Austausch und das Erleben (gestalteter) Natur nicht vernachlässigt werden. [S. 23]