Mitbestimmung

Transition Valleys – Postwachstumsgesellschaft in der Region

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Dazu luden die Transition Göttingen, Witzenhausen und Kassel gemeinsam Ende November in die Bildungsstätte Ludwigstein ein. Neben der Visionssuche standen Arbeitsgruppen zu neuen Kommunikationsformen und Zeit für inhaltliche Vernetzung sowie Bildungsbrunch unter dem Motto „Regionaler Wandel in Bürgerhand – eine Zukunftsvision“ auf dem Plan.

Es gibt auch einen ausführlichen Bericht.

Buchempfehlung: Holm Friebe „Steinstrategie — von der Kunst nicht zu handeln“

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Steinstrategie -- Hom Friebe
Ein angemessener Ort für „Steinstrategie“ von Holm Friebe

Was hat Nicht-handeln mit der Transitionbewegung zu tun mag man sich fragen; da geht es doch gerade darum, dass endlich mehr passieren, mehr gewandelt werden muss. Natürlich ist es ein provozierender Untertitel. Der Klappentext bring es schon besser auf den Punkt:

Wenn du dich bewegst, musst du wissen, wohin. Wenn du dich nicht bewegst, musst du wissen, warum.

Und so geht es viel mehr um das vorschnelle Handeln in einer Welt, in der es vermeintlich keine Option ist, keine Stellung zu beziehen, keine (fundierte?) Meinung zu haben, keine Reaktion zu zeigen, lieber nicht noch eine Schlagzeile „rauszuhauen“ bevor es ein anderer täte. Warum das mit der Transitionbewegung nur allzu viel zu tun hat wird klar, wenn man sich die von Friebe aufgezeigten, bisweilen fatalen Folgen aus vorschnellem Handeln von Politikern, Managern, Bänkern oder anderer „Experten“ mit weitreichender Entscheidungsgewalt zu Gemüte führt. Keine Abwrackprämie, keine halbgare Energiewende, keine Finanzkriese, kein Handelsabkommen, auch kein Schock-Marketing einer LIZVLX wird ausgelassen. Ja selbst Oldtimer bekommen eine bessere Umweltbilanz bescheinigt — bei Einbeziehen von „Grauer Energie“ –, denn sie fahren noch nach 50 Jahren und können repariert werden (dass es ganz ohne jedes Abgas ausstoßende Auto noch besser wäre, braucht wohl hier nicht erwähnt werden).

Eine Textstelle möchte ich zur Verdeutlichung noch zitieren. Hier wird dann auch der Bezug zu Transition besonders deutlich:

Was wir von der Natur in Sachen Resilienz lernen können: Eine hochgezüchtete Monokultur ist zwar hocheffizient, aber auch sehr anfällig gegen Schädlingsbefall. Ein vielfältiges Biotop ist dagegen sehr viel resilienter gegenüber Schocks und Eindringlingen.

Organisationen und Institutionen, die überleben wollen, müssen sich also fragen, was ihnen wichtiger ist: Effizienz oder Resilienz. Dieser „trade-off“ erfordert eine strategische Entscheidung, die im Sinne von Richard Rumelts „good strategy“ nicht lauten kann: beides. Man kann den Kuchen nicht essen und gleichzeitig haben. Will man ein resilientes System schaffen, dann heißt das: Redundanzen, Überlappungen, Schlupf zuzulassen und als etwas Notwendiges und Wertvolles zu akzeptieren. Das bedeutet — Manager müssen jetzt tapfer sein! — Nicht das Letzte an Effizienz aus dem System herauszuquetschen, sondern Puffer vorzuhalten und Taschen von Überaufwand zuzulassen. Bei Mitarbeitern muss das Prokrastinieren, das Nichtstun als wertvolle Ressource, für den Erstfall akzeptiert werden. Wer weiß, wofür es mal gut ist. Der nächste Schwarze Schwan lauert schon hinter der kommenden Ecke. [„Der Schwarze Schwan“ von Nassim Taleb]

Ein paar persönliche Anmerkungen

Der Fairness halber möchte ich noch darauf hinweisen, dass der oben erwähnte, vermeintliche Handlungsdruck zwar immer selbst gemacht, weil selbst-empfunden ist. Wir alle — auch Du — begünstigen die Entstehung dieses Druckes jedoch durch unser aller alltägliche Erwartungshaltung an einzelne Personen. Wenn ich nämlich z.B. im Laden oder in der Schule einer womöglich eh schon gestressten, überforderten Person nicht ausreichend Raum lasse diese Überforderung (sich selbst) einzugestehen, indem ich erst zufrieden bin, wenn meine Erwartung erfüllt ist. Die positive Nachricht darin ist, dass wir alle damit auch ermächtigt sind, daran etwas zu ändern, diesen Druck weniger häufig zu erzeugen; beispielsweise am Kauf-nix-Tag.

Ich sehe in dem von Holm Friebe gegebenen Tenor viele Verwandtschaften in den Permakulturansatz. Ich fühlte mich häufig an Masanobu Fukuoka und seine „Nichts-Tun-Landwirtschaft“ erinnert. Auch hier ist Nichtstun im Sinne des Daoistischen Wu Wei zu verstehen.

Das Buch ist im Katalog der Rostocker Stadtbibliothek ausleihbar und hat die Kennung F111 (mein persönlicher Dank an dieser Stelle an die netten Mitarbeiter*innen der Stadtbibliothek, die es aufgenommen und prominent ausgestellt haben!). Es ist zu all dem inhaltlich Interessanten auch kurzweilig zu lesen, weil Holm Friebe angenehm bildhafte, einfache Sprache mit akademischer, subtil differenzierter Sprache abwechselt.

Weitere Links

Zwei Bürgersolaranlagen in Rostock

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Die erste Bürger Solar Rostock GmbH & Co. KG wurde 2010 mit dem Ziel gegründet, durch Bürgerbeteiligung Projekte auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien, der Energieeinsparung und der Effizienzsteigerung zu realisieren, um einen konkreten Beitrag zur Energiewende in der Stadt zu leisten. Auf dieser Basis haben sich 17 Bürgerinnen und Bürger der Stadt zusammengefunden, um gemeinsam die erste Bürgersolaranlage in Rostock zu errichten und zu betreiben. Bürgersolaranlagen u.ä. Projekte auf dem Gebiet erneuerbarer Energien sind eine Form der finanziellen Beteiligung in langfristige Sachanlagen. Die Beteiligten erhalten jährlich eine Ausschüttung, um von ihren Investitionen in erneuerbare Energien zu partizipieren.

Die Eckdaten der ersten Bürgersolaranlage:

  • Standort: Mecklenburger Allee 11-12, WIRO-Wohnhaus
  • installierte Leistung: 20 kWp (Kilowatt-Peak), 90 Photovoltaik- Module a) 220W
  • Jahresenergieertrag: ca. 20.000 kWh/a
  • Einspeisung in das öffentliche Netz.

In diesem Kontext ist die erste und seit September 2014 auch die zweite Bürgersolaranlage eine „Rostocker Angelegenheit“, denn Wertschöpfung aus Planung, Bau und Betreibung bleiben in unserer Stadt.

Die Eckdaten der zweiten Bürgersolaranlage:

  • Standort: Michaelshof Rostock, Krabbehaus
  • installierte Leistung: 29,5 kWp (Kilowatt-Peak), 116 Photovoltaik- Module a) 255W
  • Jahresenergieertrag: ca. 29.500 kWh/a
  • fast vollständiger Eigenverbrauch im Michaelshof.

An diesem Projekt beteiligten sich 5 Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Dies sind 2 konkrete Beispiele, bei denen die Aspekte der Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung/Teilhabe in Einklang stehen.

Dr. Adelheid Priebe

Mäuse machen Urlaub …

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Mäuseurlaub

… am 29. November ’14, denn dann ist Kauf-Nix-Tag. Mitmachen besticht durch gänzliche Unaktivität: Nichts einkaufen (auch im Internet nicht!!!). Ziemlich einfach, oder? Nur wozu?

Besser sagen als http://www.utopia.de/ kann ich das nicht:

Einen ganzen Tag lang ganz bewusst nichts zu kaufen: Was soll man damit schon erreichen? Verschiebt man damit nicht einfach nur seine Einkäufe um 24 Stunden und dann wird weiter wie bisher konsumiert? Zunächst einmal ist  der „Kauf-nichts-Tag“ ein guter Anlass, das eigene Konsumverhalten bewusst zu hinterfragen – und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem es oft schwer ist, sich dem Konsumtrubel zu entziehen: kurz vor Weihnachten. Jeder, der einmal ausprobiert hat über 24 Stunden keinen Cent auszugeben – ob aus der Not oder aus freiem Willen heraus  – der weiß, das in dieser Zeit viel passiert. Man stolpert über Automatismen und Gewohnheiten („kein Tag ohne Butterbreze“), erkennt Nötiges und Überflüssiges, denkt vielleicht über Hunger und Durst, über Haben und Sein nach.

Doch hinter der Idee des „Kauf-nix-Tag“ verbirgt sich auch ein gesellschaftspolitischer Aspekt: Er will ein Zeichen gegen umweltschädliche, unmenschliche Herstellungsbedingungen setzen und auf den zerstörerischen Einfluss der Konsumgesellschaft aufmerksam machen. Denn: Wie gehen wir mit den Ressourcen der Erde um? Wir konsumieren oft so, als ob wie eine zweite Welt mit reinem Wasser, sauberer Luft, glücklichen Tieren, Wäldern, unverseuchten Böden und unversehrter Ozonschicht in petto hätten. Eine schöne Illusion, die von der omnipräsenten Industrie- und Werbemaschinerie jeden Tag mit neuen „Heile Welt-Motiven“ genährt wird. Der Appetit darauf scheint jedenfalls um so größer zu werden, je mehr im Argen liegt.

[Die weltweit als „Buy-Nothing-Day“] bekannte Aktion ruft zu einem 24-stündigen freiwilligen Konsumverzicht auf. Sie gehört zu den ersten und bedeutsamsten Kampagnen, um Wirtschaft und Unternehmen mit der Macht des Verbrauchers zu konfrontieren. Denn jeder einzelne Dollar, jeder Euro ist Einkaufsmacht: eine von Verbrauchern oft zu selten entfesselte und von Unternehmen häufig in Frage gestellte Kraft.“

Planungstreffen August (19.08.14, 18 Uhr, HeiGei)

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Die Transition-Initiative Rostock trifft sich wieder. Komme gern vorbei und bringe Deine Meinung, Themen oder Ideen mit ein. Und keine Scheu bei Fragen (info@TransitionTownRostock.org)

Heiligen Geist Kirche
Heiligen Geist Kirche (Wikimedia)

(bisher bekannte) Berichte und Erzählungen

  • was gibt es zu berichten seit dem letzten Treffen Mitte Juli?
  • Das elektronische Postfach hat ein paar Anmeldungen zum Stadt.Wandel.Workshop angenommen. Näheres dazu. Außerdem Anfragen zu Postwachstums-Veranstaltung im Ökohaus und „Nutzen-statt-Besitzen-Tag“ am 22.11.2014

(bisher bekannte) TOPs

  • Stadt im Wandel Workshop:
    • Umwelt AStA hat ein EditPad. Der darf gerne sachdienlich bevölkert werden.
    • Vom Umweltamt haben wir den Programmtext für die Nachhaltigkeitswoche zur Korrektur/Ergänzung bekommen
  • Veranstaltung zu Postwachstum 2. September
    • Im Ökohausumfeld wird eine Veranstaltung in Anlehnung an die in Leipzig stattfindende Degrowth-Konferenz geplant. Transition Rostock ist eingeladen, sich daran zu beteiligen. Baldige Antwort ist erwünscht.

(bisher bekannt) Sonstiges

  • offene Einladung zum Workshop „Stadt im Wandel“ 18. Sept

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    rathaus

    Liebe Stadtwandler, Weltverbessernde, Freunde von Nachhaltigkeit und sozial Engagierte,viel tut sich schon in Rostock; noch mehr ist möglich, so denken wir. Und das soll mit Euch durch diese Veranstaltung weiter vorangebracht werden. Damit knüpfen wir an den Aufruf an Rostocker Initiativen, Vereine und Interessengruppen für die Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl 2014 an. Wir möchten einen Austausch bieten, Arbeit zu teilen, doppelten Aufwand zu vermeiden, Synergien zu nutzen und mehr Zeit und Energie für neue Ideen und Projekte zu ermöglichen. Zusammen mit dem ASTA und unterstützt vom Agenda21-Rat und vom städtischen Amt für Umweltschutz laden wir ein zu einem gemeinsamen
    Workshop am 18. September 2014 von 17 Uhr bis ca. 19 Uhr im Rathausfoyer
    Möchtest Du mit dabei sein? Dein Projekt, Deine Initiative vorstellen? Dann melde Dich bitte
    Anmeldung: bis 17. August 2014 E-Mail: info@transitiontownrostock.org
    Sprich gerne mit anderen darüber, lade andere Interessierte und Engagierte ein mit teilzunehmen. Dies ist ausdrücklich eine offene Einladung.Viele freundliche Grüße vom ASTA (www.asta.uni-rostock.de) und der TransitionTown-Initiative Rostock (www.TransitionTownRostock.org)
    Einladung Workshop Stadt im Wandel 18. Sept als PDF-Datei mit mehr Informationen.

    Planungstreffen StadtWandelWorkshop (12.06.14, 19 Uhr, Freigarten; bei Regen: AStA-Büro)

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    Beim letzten Arbeitstreffen der Transition-Gruppe vorletzte Woche ist schon ein wenig vorgearbeitet worden. Dabei sind ein paar Punkte und ein möglicher Ablauf diskutiert worden (Notizen als pdf-Datei).

    PWH Freigarten 2009
    PWH Freigarten 2009 (CC BY-SA 3.0)

    Auch seitens des AStA ist schon Vorarbeit geleistet worden; die Notizen dazu auch als pdf-Datei.

    Fragen suchen Antworten:

    • 1. Veranstaltungsteil: Vorstellungsrunde. Bei 5-6 Min. pro Initiative in der Vorstellungsrunde kämen realistisch betrachtet pro Stunde 8-9 Gruppen zu Wort (inkl. schnellem! Wechsel). -> Speed Dating?
      • Welche Inititiven möchten wir einladen?
      • Wie lange Gesamtdauer bzw. Vorstellungsrunde? Pausen nicht vergessen.
    • Rostock hat so viele schöne, thematisch passende Initiativen. Sollte es eine weitere Runde/einen weiteren Termin geben mit anderen Initiativen?
    • 2. Veranstaltungsteil: Kleingruppen-Austausch. Wer möchte das vorbereiten? 1 Gruppe pro Ecke plus 1 in Raummitte? Ganzes Foyer nutzbar? Benötigtes Material? Kosten?
    • Kann es eine offizielle Unterstützung der Stadt(verwaltung) geben? Bürgerschaft? Oder gar ein offizieller Termin der Stadt Rostock — auf dem Weg zur „Transition Town Rostock“?
    • Wer möchte einladen? Versand der Einladung vorm Sommerloch sprich Postausgang Ende 06/2014 (Inhaltliches siehe pdf TT-Notizen). Rückmeldung bis Mitte August.
    • bisheriger Veranstaltungstermin: 18. September 2014 von 17 bis 19 Uhr im Rathausfoyer.

    Als Treffpunkt ist der Freigarten vereinbart worden, 19 Uhr. Sollte es wider Erwarten regnen, dann wird das Treffen im Grünen Ungeheuer im AStA-Büro stattfinden.