NDR Reportage „Der Bienenretter“ über zwei Demeterimker aus MV

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Äpfel, Erdbeeren, Gurken, Honig: Etwa ein Drittel unserer Nahrung hängt von Pflanzen ab, die von Bienen bestäubt werden. Entsprechend dramatisch ist das weltweite Bienensterben, das Fachleute auf Monokulturen, Parasiten und Pestizide zurückführen. Zwei norddeutsche Imker haben davon genug.

Mirko findet, es solle in jeder Region jeweils Imker unterstützt und finanziert werden, die dafür da sind, dass es den Bienen gut geht (wesensgemäß), dass sie gut leben können. Hartmut hingegen will beweisen, dass es vertretbare Kompromisse gibt, so dass ein*e Imker*in zusätzlich wirtschaftlich arbeiten kann, d.h. eine Familie durch’s Imkern ernähren kann. Mirko weiß:

„Nur, wenn wir weltweit wieder gesunde Bienen züchten, können wir das Überleben der Insekten auf Dauer garantieren!“ Denn wichtiger noch als der Honig ist die Bestäubungsleistung der Bienen. Ohne sie gäbe es 80 Prozent unserer Wild- und Nutzpflanzen nicht.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die_reportage/Der-Bienenretter,diereportage816.html

Ausnahmezustand und Klimakonferenz

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@Ralf erwähnte ja schon den vermuteten Zusammenhang des syrischen Bürgerkrieges mit der vorhergehenden, Klimawandel bedingten, in den Jahren 2007−2010 andauernden Dürre. Es war die schlimmste Dürre dieser Region seit Aufzeichnungsbeginn. Eine 2008er Studie vermutete schon, der „Fruchtbare Halbmond werde als solcher noch in diesem Jahrhundert verschwinden“ (mehr dazu in der zeozwei 2015/02).

In diesem Zusammenhang möchte ich auf einen Kommentar von Bernhard Pötter in der taz „Debatte Terror und KlimaIm Ausnahmezustand“ hinweisen. Dieser zeigt meines Erachtens sehr deutlich, wie brisant die Klimaweltlage, wie gemessen daran die derzeitige (politische) Lage in Paris ist, wie die Ursprünge und (politischen, teils journalistischen) Reaktionen auf die verheerenden Attentate vom 13. November 2015 sind — v.a. durch Beschneidung der Menschenrechte innerhalb der freien Gesellschaft mittels des für drei Monate ausgerufenen Notstandes, wie Hausarreste für Klimademonstrant*innen ohne Richterbeschluss (Quellen: taz & the guardian). Nicht zuletzt wird daraus klar, wie wichtig es gerade jetzt ist endlich auch auf politischer Ebene ein rasches, ehrliches, deutliches und glaubhaftes und Menschen verträgliches Umlenken einzuleiten.

Aus dem Artikel möchte ich das Fazit von Bernhard Pötter zitieren:

Die Klimakonferenz [2015 in Paris] wird nicht am 11. Dezember mit einem Vertrag enden, der am 12. Dezember die Welt rettet. Aber er kann konkrete Ziele definieren, nach denen sich Investitionen in Öl und Kohle nur noch ein paar Jahre [Hervorhebung von B.] lohnen.

Alles gut, alles richtig. Aber es bedeutet vor allem für uns, die globalisierte Mittelklasse in den Industrieländern: [Hervorhebung von B.] ein Ende der Bequemlichkeit. Umdenken. Umhandeln. Mehrkosten. Sich von den Katastrophen und Ängsten nicht lähmen lassen. Den Hintern hochkriegen und für eine Zukunft kämpfen, die sauberer, fairer und sicherer ist.

Das möchte ich unterschreiben mit der Bemerkung, am besten vor der „eigenen Haustür“, besser noch im „eigenen“ Heim zu beginnen, sich zumindest aktiv damit auseinander zu setzten, Lösungen zu suchen und auszuprobieren — und nicht zu warten, bis sie vorgesetzt werden. Damit auch unsere Enkelkinder eine lebensfreundliche Umwelt haben werden. Meiner Erfahrung nach beginnt das beim gleichberechtigten Ernstnehmen der*s Nachbar*in — der*s wohnlichen, ideellen und auch des*r kontinentalen Nachbars*in — in den jeweiligen Bedürftnissen. Das heißt für mich vor allem frei machen von Eitelkeiten und Schaffen von Freiräumen im eigenen Leben um den Stress rauszunehmen, mit Muße sich selbst reflektieren.

Mir ist es ein Anliegen hier nicht als Dozent missverstanden zu werden; ich weiß nicht mehr als Du, liebe*r Leser*in. Und — genau so wie Du — bin ich genau so einer dieser Ausprobierer*innen, die „schon mal anfangen“. Wer Unterstützung bzw. Austausch möchte, kann dies z.B. mit anderen zusammen beim Transition-Treffen probieren oder hier Kommentare hinterlassen.

Think globally, act locally

Küchengeschichten bei der Plätzchenparty

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Menschen zusammenbringen, lokale Gemeinschaften bilden ist ein zentrales Thema der Transition Town Bewegung. Dies war auch unser Gedanke, als wir vor 2 Jahren die Küchengeschichten aus der Taufe hoben. Menschen sollten sich außerhalb ihrer üblichen Netzwerke treffen. Beziehungen und neue Netzwerke entstehen, die im normalen Ablauf des Alltags nicht zustandekommen.

Seit dieser Zeit hat sich viel verändert. Die Transition Town Bewegung wurde initiiert, um Wege für eine postfossile Gesellschaft zu finden. Konflikte, die International seit mehreren Jahren schwelen, sind seit diesem Jahr nicht mehr fern, sondern durch eine Vielzahl betroffener Menschen sehr nah. Natürlich kann man sich die Frage stellen, ob diese Konflikte bereits ein Vorläufer der Folgen unseres nicht nachhaltigen Lebensstils sind. Gerade aktuell verweist eine Studie (Climate change in the Fertile Crescent and implications of the recent Syrian drought) auf einen wahrscheinlichen Zusammenhang des syrischen Bürgerkrieges mit einer zuvor herrschenden Dürre, die bereits in den Jahren vor dem Bürgerkrieg über 1 Million Menschen aus den Dörfern in die Städte trieb.

Auch der Peak Oil, also der Zeitpunkt der maximalen Ölförderung, kann eine der Ursachen sein. Syrien hat diesen eigenen Förderhöhepunkt 1996 erlebt, seit dem sind die Exporte sehr schnell gefallen. Dem Staat fehlten zunehmend Einnahmen, zudem mussten gleichzeitig Importe von Ölprodukten und Nahrungsmitteln finanziert werden. Ausgaben, die in den Jahren davor nicht notwendig waren.

Abseits von diesen Vermutungen: Wir haben neue Mitbürger in unserer Stadt, die so schnell wie möglich einen Anschluss finden sollen und wollen. Was liegt da näher, als einige von Ihnen zu unseren Aktivitäten einzuladen und gemeinsam Spaß zu haben. Am letzten Sonnabend im November war es dann in Zusammenarbeit mit Rostock hilft so weit. 3 syrische Familien trafen sich mit Aktiven und Kindern aus unserer Gruppe in den Räumen der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Rostock (noch einmal einen herzlichen Dank an die Gemeinde für die kurzfristige Aufnahme). Nach dem Eintreffen der Teilnehmer ging es schnell los, Teige wurden geknetet, Plätzchen ausgestochen, Kekse geformt. Kleine Gruppen bildeten sich. Es wurde viel erzählt, auch wenn die Sprache manchmal ein Hindernis war. Rezepte lassen sich mit moderner Technik im Smartphone einfach übersetzen. Zum how to der Tätigkeiten findet sich ebenfalls ein schneller Austausch.

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Kulturelle Unterschiede waren nicht spürbar, es gab mehr Gemeinsamkeiten als anfangs erwartet. Innerhalb der Familien existierte z.B. eine Arbeitsteilung, wie sie auch in Mitteleuropa in vielen Familien üblich ist. Berührungsängste waren nicht spürbar. Im Rückblick kam die Möglichkeit zum Deutsch Lernen für die Eine oder den Anderen vielleicht etwas zu kurz. Es entstanden aber eine Menge verschiedener Plätzchen, die im Anschluss in der Unterkunft auch an andere Bewohner verteilt wurden. Natürlich wurde von den Mitgliedern der TT Initiative auch die Tradition erwähnt, in der Vorweihnachtszeit verschiedene süße Sachen zu backen und auch an die Mitmenschen zu verschenken. Schließlich soll die dunkle Jahreszeit auch ihre netten Seiten haben. Ein schöner Nachmittag, der wieder zeigte, es lohnt sich auf unsere neuen Bürger einfach zuzugehen. Wir gewinnen alle und haben viel Spaß dabei.

Klimaaktionstag 2015

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Auch in diesem Jahr fand in Rostock der Klimaaktionstag als Parking-Day statt. Am 20.09. wurde für mehrere Stunden die Lange Strasse zu einer nahezu autofreien Flaniermeile umgestaltet. Unser TransitionTown-Initiative gestaltete gemeinsam mit Aktiven des Interkulturellen Gartens eine gemeinsame Parkfläche. Mit einem gemeinsam gebauten Solartrockner gab es bereits ein Projekt, dass auf diesem Tag vorgestellt werden konnte. Das wechselhafte Wetter mit ein paar Schauern in der Aufbauphase lies ein schnelles Trocknen nicht zu, wer wollte konnte aber die Funktion in der Praxis erkunden.

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Eine Besonderheit unseres Trockners ist die Herstellung überwiegend aus Rest- und Abfallhölzern. So konnten wir zahlreiche Besucher zu der Aussage verleiten, es einfach auch mal zu probieren. Natürlich hoffen wir auf zahlreiche Nachahmer, lassen sich doch so viele Gartenprodukte mit geringem Energieeinsatz für kältere Tage haltbar machen.

Eine weiteres Highlight unseres Standes war die TransitionStreet. Alle Besucher waren aufgefordert, eine Strasse frei zu gestalten. Parallel zum Motto der Veranstaltung verschwanden mit der Zeit die Autos aus dem Strassenbild und wurden durch Bewegungsflächen für Fußgänger ersetzt.

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TransitionStreet Gemeinsame Parkfläche IKG und TransitionTown-Initiative

Allen Beteiligten hat es viel Spaß gemacht, sich mit flanierenden Leuten zu unterhalten, Ideen zu entwickeln und auch die Idee der TransitionTown weiter zu verbreiten. Für uns Aktive ist klar, auch nächstes Jahr werden wir gestalten. Bis dahin wird es noch das eine oder andere Projekt geben, das unsere Vision anfassbar und erlebbar werden lässt.

Küchengeschichten – Ernteschwemme

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Im September steht am 10. und 11. unsere nächste Aktion Küchengeschichten bevor. Für alle, die neu hinzukommen möchten und damit noch keine Erfahrungen gesammelt haben, hier noch einmal kurz die Spielregeln:

  1. Ziel ist das Treffen von Leuten, gemeinsames Kochen und sich in netter Runde unterhalten.
  2. Ihr entscheidet euch, an welchem Tag ihr teilnehmen möchtet und ob ihr als Gast oder Gastgeber teilnehmt.
  3. Ihr teilt uns bis zum 31.08. eure Entscheidung per Email Email an info@transitiontownrostock.org mit.
    Wenn ihr als Gast teilnehmen möchtet, benötigen wir die Information, mit wieviel Personen ihr teilnehmt, z.B. Anmeldender und Lebensabschnittsgefährte.
    Wenn ihr die Rolle als Gastgeber übernehmen möchtet, benötigen wir eine Information, wieviele Gäste ihr aufnehmen wollt.
  4. Gäste und Gastgeber werden zugelost. Es ist ganz bewusst unser Ziel, Menschen zusammenzubringen, die sich innerhalb ihrer Netzwerke kaum treffen.
  5. Ihr erhaltet spätestens am 2. September eine Information, wer mit euch zusammen kocht und natürlich, wo eure Runde stattfindet.
  6. Ihr tauscht euch innerhalb der Gruppe zu Gerichten und Rezepten aus. Wer möchte, darf natürlich gemeinsam einkaufen.
  7. Genießt den Abend, habt Spass.

Das Thema „Ernteschwemme“ ist bewusst offen gehalten. Ihr dürft aus dem aktuellen, saisonalen Angebot an Lebensmitteln auswählen, es ist jedoch keine Pflicht. Der Monat September hält jedoch so viele verschiedene leckere Sachen bereit, dass für jeden etwas dabei sein sollte.

Wir freuen uns natürlich auch nach den beiden Tagen über eure Erfahrungen und Rezepte. Diese könnt Ihr an die Mailadresse info@transitiontownrostock.org senden oder hier im Blog als Kommentar ablegen.

Küchengeschichten — es geht weiter

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Neue Menschen kennenlernen, neue Gerichte ausprobieren, einen netten Abend bei angenehmen Plausch verbringen, saisonales Gemüse wiederentdecken, dass alles sind Dinge, die die Teilnehmer bei unseren Küchengeschichten erleben. Immer wieder wird die Frage gestellt: Und was hat das jetzt mit Transition Town zu tun? Bevor die dazu möglichen Ausführungen in einen längeren, seitenfüllenden Monolog abgleiten, hier nur ein paar Schlagworte:

Vernetzung, regionale Produkte, nachhaltige Nahrungsmittelproduktion, nachhaltiger Konsum, Bildung, Spaß haben, die Idee der Transition Town verbreiten, neue Gedanken zu Wohnen und Leben

Wenn das nicht alles dazugehört …

Diese kleine, sicher unvollständige Auswahl deutet an, welche Ideen mit den Küchengeschichten erreicht werden können. Dabei soll der Spaß natürlich im Vordergrund stehen.

Nachdem es in den letzten Monaten etwas ruhiger um die Küchengeschichten geworden ist, soll es jetzt wieder regelmäßig und mit längerfristigen Ausblick weitergehen. Zum Auftakt möchten wir alle bisherigen Teilnehmer, Interessenten sowie Unterstützer und Mitglieder unserer Initiative zum Grillen in den Garten des Peter-Weiss-Hauses einladen.

Zeitpunkt: 21. Juli 2015 ab 18:00 Uhr

Bringt zu Essen mit was Euch gefällt, stimmt Euch mit Freunden ab, erzählt es weiter und sprecht Einladungen aus. Bitte beachtet, das die Subraum e.G. den Garten betreibt und mit Ihren Einnahmen zum Erhalt des Hauses beiträgt. Daher sollten die Getränke am Kiosk bezogen werden.

Die nächsten Termine der Küchengeschichten stehen auch schon fest. Tragt Euch also schon mal den 10./11. September für die Ernteschwemme und den 21. November zur Plätzchenparty in den Kalender ein.

Transition Town Treffen im Mai

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Am Dienstag, dem 19. Mai ist es wieder soweit. Unser monatliches Treffen im Peter-Weiss-Haus beginnt um 18 Uhr im Cafe Marat. Wir freuen uns über alle, die vorbeikommen zum Austausch, zum Diskutieren und Pläne schmieden.
Insbesondere wollen wir überlegen, wie es mit der Idee eines Solartrockners (Apfelchips sind lecker!) weitergeht, die Küchengeschichten werden fortgesetzt, der Klimaaktionstag rückt in Sichtweite, und wir denken sogar schon mal über Veranstaltungen zu den entwicklungspolitischen Tagen im November nach.

Wir sehen uns!
Die Aktiven, die gerade lernen, mit WordPress zu arbeiten. 😉