Obsoleszenz

Buchempfehlung: Holm Friebe „Steinstrategie — von der Kunst nicht zu handeln“

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Steinstrategie -- Hom Friebe
Ein angemessener Ort für „Steinstrategie“ von Holm Friebe

Was hat Nicht-handeln mit der Transitionbewegung zu tun mag man sich fragen; da geht es doch gerade darum, dass endlich mehr passieren, mehr gewandelt werden muss. Natürlich ist es ein provozierender Untertitel. Der Klappentext bring es schon besser auf den Punkt:

Wenn du dich bewegst, musst du wissen, wohin. Wenn du dich nicht bewegst, musst du wissen, warum.

Und so geht es viel mehr um das vorschnelle Handeln in einer Welt, in der es vermeintlich keine Option ist, keine Stellung zu beziehen, keine (fundierte?) Meinung zu haben, keine Reaktion zu zeigen, lieber nicht noch eine Schlagzeile „rauszuhauen“ bevor es ein anderer täte. Warum das mit der Transitionbewegung nur allzu viel zu tun hat wird klar, wenn man sich die von Friebe aufgezeigten, bisweilen fatalen Folgen aus vorschnellem Handeln von Politikern, Managern, Bänkern oder anderer „Experten“ mit weitreichender Entscheidungsgewalt zu Gemüte führt. Keine Abwrackprämie, keine halbgare Energiewende, keine Finanzkriese, kein Handelsabkommen, auch kein Schock-Marketing einer LIZVLX wird ausgelassen. Ja selbst Oldtimer bekommen eine bessere Umweltbilanz bescheinigt — bei Einbeziehen von „Grauer Energie“ –, denn sie fahren noch nach 50 Jahren und können repariert werden (dass es ganz ohne jedes Abgas ausstoßende Auto noch besser wäre, braucht wohl hier nicht erwähnt werden).

Eine Textstelle möchte ich zur Verdeutlichung noch zitieren. Hier wird dann auch der Bezug zu Transition besonders deutlich:

Was wir von der Natur in Sachen Resilienz lernen können: Eine hochgezüchtete Monokultur ist zwar hocheffizient, aber auch sehr anfällig gegen Schädlingsbefall. Ein vielfältiges Biotop ist dagegen sehr viel resilienter gegenüber Schocks und Eindringlingen.

Organisationen und Institutionen, die überleben wollen, müssen sich also fragen, was ihnen wichtiger ist: Effizienz oder Resilienz. Dieser „trade-off“ erfordert eine strategische Entscheidung, die im Sinne von Richard Rumelts „good strategy“ nicht lauten kann: beides. Man kann den Kuchen nicht essen und gleichzeitig haben. Will man ein resilientes System schaffen, dann heißt das: Redundanzen, Überlappungen, Schlupf zuzulassen und als etwas Notwendiges und Wertvolles zu akzeptieren. Das bedeutet — Manager müssen jetzt tapfer sein! — Nicht das Letzte an Effizienz aus dem System herauszuquetschen, sondern Puffer vorzuhalten und Taschen von Überaufwand zuzulassen. Bei Mitarbeitern muss das Prokrastinieren, das Nichtstun als wertvolle Ressource, für den Erstfall akzeptiert werden. Wer weiß, wofür es mal gut ist. Der nächste Schwarze Schwan lauert schon hinter der kommenden Ecke. [„Der Schwarze Schwan“ von Nassim Taleb]

Ein paar persönliche Anmerkungen

Der Fairness halber möchte ich noch darauf hinweisen, dass der oben erwähnte, vermeintliche Handlungsdruck zwar immer selbst gemacht, weil selbst-empfunden ist. Wir alle — auch Du — begünstigen die Entstehung dieses Druckes jedoch durch unser aller alltägliche Erwartungshaltung an einzelne Personen. Wenn ich nämlich z.B. im Laden oder in der Schule einer womöglich eh schon gestressten, überforderten Person nicht ausreichend Raum lasse diese Überforderung (sich selbst) einzugestehen, indem ich erst zufrieden bin, wenn meine Erwartung erfüllt ist. Die positive Nachricht darin ist, dass wir alle damit auch ermächtigt sind, daran etwas zu ändern, diesen Druck weniger häufig zu erzeugen; beispielsweise am Kauf-nix-Tag.

Ich sehe in dem von Holm Friebe gegebenen Tenor viele Verwandtschaften in den Permakulturansatz. Ich fühlte mich häufig an Masanobu Fukuoka und seine „Nichts-Tun-Landwirtschaft“ erinnert. Auch hier ist Nichtstun im Sinne des Daoistischen Wu Wei zu verstehen.

Das Buch ist im Katalog der Rostocker Stadtbibliothek ausleihbar und hat die Kennung F111 (mein persönlicher Dank an dieser Stelle an die netten Mitarbeiter*innen der Stadtbibliothek, die es aufgenommen und prominent ausgestellt haben!). Es ist zu all dem inhaltlich Interessanten auch kurzweilig zu lesen, weil Holm Friebe angenehm bildhafte, einfache Sprache mit akademischer, subtil differenzierter Sprache abwechselt.

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Rostock beginnt am 3.6.14 ein neues Repair Café

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Auf der Webseite der Societät Rostock maritim e.V. wird auf eine weitere Repair-Café-Initiative Rostocks hingewiesen. Dort heißt es:

Was macht man mit einem Toaster, der nicht mehr funktioniert? Oder mit einem Fahrrad, bei dem das Rad schleift? Wegwerfen? Warum sollte man! Die Societät Rostock maritim e.V. organisiert am Dienstag, den 3.6.2014 das erste Repair Café im ehemaligen Schifffahrtsmuseum Rostock!

Hier dreht sich dann zwischen 13.00Uhr und 19.00Uhr alles um das Reparieren von Haushaltselektrik, Fahrrädern und Elektronik (Radio/TV). Tischlereiarbeiten werden ebenfalls im kleinen Rahmen angeboten.

Indem sie Werbung fürs Reparieren macht, möchte die Societät Rostock maritim e.V. zur Reduzierung des Müllbergs beitragen. „Das ist sehr notwendig“, findet Thomas Kielhorn von der Societät Rostock maritim e.V. „In Deutschland werfen wir unfassbar viel weg. Auch Gegenstände, denen fast nichts fehlt und die nach einer einfachen Reparatur wieder ordentlich zu gebrauchen wären. Leider steckt das Reparieren vielen Menschen nicht mehr im System. Mit dem Repair Café wollen wir das ändern.“

Hierzu suchen wir noch dringend Tüftler, Bastler oder auch gelernt…, die Lust haben, sich hier ehrenamtlich mit einzubringen. Geboten werden nette Leute, Kaffee und Kuchen! Dazu Spaß am reparieren und glückliche Gesichter!

Bitte melden bei Thomas Kielhorn, Tel.: 01723032650 oder per Mail repaircafe@srm-hro.de!

Für weitere Informationen zum Thema „Repair Café“ besuchen Sie bitte die Website repaircafe.org/de.

Damit hätte Rostock schon zwei Initiativen, bei denen jeder Mensch Unterstützung beim Reparieren — und damit Bewahren vor dem Müll — erfahren kann. Es wird nicht mit Geld bezahlt. Im Gegenteil geht es hier mehr ums Zwischenmenschliche, den Austausch von Erfahrung und vielleicht einen Plausch bei „Kaffe und Kuchn“.

Werkzeug nich weglegen: 2. Repair-Café am 10. Mai

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Nach einem erfolgreichen Start der Repair-Café-Serie kann die Frühjahrsentrümpelung weiter gehen und auch die Fähigkeiten können erweitert werden. Am Sa 10. Mai kann wieder jede und jeder zwischen 10°° und 14°° Uhr gemeinsam mit anderen Menschen verschlissenen oder defekten Gegenstände des Alltags ein zweites Leben einhauchen.

Die Veranstalter, das Rostocker Freizeitzentrum e.V., erzählen, dass die ersten Radler*innen schon eine halbe Stunde vor Beginn des Reparaturtreffs eintragen. Auch anderes konnte repariert werden. So konnte u.a. einem Staubsauger erfolgreich ein zweites Leben eingehaucht werden. Dieser konnte somit vorm verfrühten Wegwurf und die Umwelt vor übermäßigen Produktions- und Transportbelastungen und der Besitzer vor unnötiger Geldbeutelentleerung bewahrt werden. Ein BWLer würde das wohl eine Win-Win-Win-Situation nennen.

Auch dieses 2.Rostocker Repair-Café des Rostocker Freizeitzentrums e.V. soll wieder in der Turnhalle des Rostocker Freizeitzentrums, Kuphalstraße 77, Reutershagen, stattfinden.

Wer etwas zu reparieren hat, der kann am 10. Mai in der Zeit von 10 bis 14 Uhr unangemeldet im Rostocker Freizeitzentrum vorbeikommen.

Warum überhaupt?

Jedes reparierte (und damit nicht neu produzierte) Gerät oder anderes Industrieprodukt hilft der Umwelt in puncto Verschmutzung mit Abgasen und anderen Umweltgiften gleich zweifach:

  1.  Etwas Repariertes muss nicht durch ein dafür extra produzierten Gegenstand ersetzt werden; dadurch fallen keine Umweltsch- und Gesellschaftsschäden bei der Produktion und beim Transport an.
  2. Etwas Repariertes muss nicht weggeschmissen und entsorgt werden, wodurch meist ebenfalls mindestens Energie-Umwelt-Kosten entstehen.
  3. Das Beste aber daran ist: Man ist unter Menschen und hat Spaß und Freude im Austausch und lernt möglicherweise noch neue Fähigkeiten.

Wegwerfen? Denkste! 1. Repair-Café im April nun auch in Rostock

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Vorankündigung Repair-Café Reutershagen
Vorankündigung Repair-Café Reutershagen

Frühjahrsentrümpelung? Die Wegwerfzeiten sind nun vorbei. Am 12. April kann jede und jeder zwischen 10°° und 14°° Uhr gemeinsam mit anderen Menschen verschlissenen oder defekten Gegenstände des Alltags ein zweites Leben einhauchen.

  • dem Stuhl fehlt ein Bein?
  • die Motten waren fleißig im Kleiderschrank?
  • der CD-Player oder Plattenspieler mag nicht mehr?
  • dem Fahrrad geht die Luft aus oder die Schaltung klemmt?
  • der Wasser- oder Kaffekocher kocht nicht mehr?
  • Humpelt der Kinderwagen?
  • Probleme am Computer?
  • Wie steht’s ums gute Porzellan?

Nach der Vorankündigung (pdf) des Rostocker Freizeitzentrums e.V. soll dieses 1. Rostocker Repair-Café in der Turnhalle des Rostocker Freizeitzentrums, Kuphalstraße 77, Reutershagen, stattfinden.

Klaus Kisters ist der Organisator des 1. Reparatur-Cafés in Meck-Pomm. Er sucht noch sachkundige, reparierfreudige Menschen. Anmeldungen für Reparateure im Rostocker Freizeitzentrum unter 0381-89030410. Bisher wird es folgende Möglichkeiten geben:

  • Holzarbeiten (Kleinmöbel usw.)
  • Fahrradreparatur
  • Kinderwagenreparatur
  • Näharbeiten/ Reparatur von Textilien
  • allgemeine Reparaturen
  • PC-Wiederherstellung (ohne Hardware)
  • Glasgegensstände durch Tiffany-Technik
  • Bedarfs ist insbesondere noch im Elektrik- und Elektronikbereich aber auch jegliche andere handwerkliche Fachkenntnis ist dort richtig

Wer etwas zu reparieren hat, der kann am 12. April in der Zeit von 10 bis 14 Uhr unangemeldet vorbeikommen im Rostocker Freizeitzentrum in Reutershagen, Kuphalstraße 77.

Warum überhaupt?

Jedes reparierte (und damit nicht neu produzierte) Gerät oder anderes Industrieprodukt hilft der Umwelt in puncto Verschmutzung mit Abgasen und anderen Umweltgiften gleich zweifach:

  1.  Etwas Repariertes muss nicht durch ein dafür extra produzierten Gegenstand ersetzt werden; dadurch fallen keine Umweltsch- und Gesellschaftsschäden bei der Produktion und beim Transport an.
  2. Etwas Repariertes muss nicht weggeschmissen und entsorgt werden, wodurch meist ebenfalls mindestens Energie-Umwelt-Kosten entstehen.
  3. Das Beste aber daran ist: Man ist unter Menschen und hat Spaß und Freude im Austausch und lernt möglicherweise noch neue Fähigkeiten.

Informationen und Bild mit freundlicher Genemigung von Klaus Kisters.